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janine

Wir verlassen Bangkok in Richtung Westen auf großen Straßen. Rund 50 Kilometer bedarf es, bis wir die Hauptstadt hinter uns haben. Der Verkehr ist dicht, doch die Fahrt ist okay, ein 7-eleven-Eiskaffee und die frittierten Bananen, die davor verkauft werden, machen die Ausfahrt noch um einiges erträglicher. Danach nehmen wir den Highway 35, die Hauptverbindungsader in den Westen des Landes. Es ist ein mehrspuriger, breiter Highway, doch mit ebenso breitem Seitenstreifen, auf dem die Fahrt für uns ungefährlich möglich ist.

janine

Gut erholt nach einer ruhigen, kühlen Nacht treten wir in Kambodscha am Morgen des 23.4. die letzten 20 km über die grünen Hügel zur thändischen Grenze an. Dicht vor uns ragen die Berge auf, es ist eine eindrucksvolle Landschaft und eine gerngesehene Alternative zum flachen Land und den kargen Feldern der letzten Wochen. Besonders erfreut mich beim Anblick dieser Berge zu wissen, dass dahinter Thailand liegt. Trotz der Anstiege und der Schweißperlen schon am frühen Morgen steigt die Vorfreude mit jedem Meter.

janine

Nach unserem Abstecher an die Golfküste schlagen wir eine Route ostwärts ein. Der vielbefahrene Highway 3 führt uns aus der Stadt heraus, dann genießen wie die ruhige Fahrt auf dem Highway 41. Vorbei geht es an Zuckerrohrfeldern und zumeist abgeernteten, brachliegenden gelbgrünen Reisfeldern, dazwischen einzelne Palmen. Auf den Wiesen grasen weiße Kühe mit großen Schlappohren, Hautgebaumel am Hals und tiefen Stimmen. Am Horizont tauchen ein paar Hügel auf, wir nähern uns, passieren sie, dann fahren wir wieder durch steppenähnliches, flaches Land.

janine

Müde und genervt treten wir mit meinem Führerschein in der Tasche erneut den Weg in Richtung Grenze an. Die ersten kühlen Stunden des Tages sind bereits verstrichen und die Sonne steht hoch am Himmel. Mangobäume, Tabak- und Chilipflanzen begleiten uns entlang unseres Weges. Kurz vor der Grenze beschließen wir noch für einen letzten vietnamesischen Kaffee an einem kleinen Imbiss, vor dem ein paar Locals sitzen, zu halten – einer der besten und günstigsten Kaffees, die wir auf unserer Reise hatten. Dann stehen wir an der Grenze, den Ausreisestempel gibt es problemlos.

janine

Mehr als ein Jahr ist es nun her, dass wir uns ewige Liebe geschworen und das ganze mit euch dann kräftig gefeiert haben. Noch immer stehen wir zueinander, auch wenn es manchmal eine Herausforderung ist, 24 Stunden jeden Tag zusammen zu sein.

janine

Bei Tan An kommen wir endlich vom Highway runter auf kleinere Straßen. Und hier finden wir sie: die Schönheit und die Ausgeglichenheit des Mekong-Deltas. Grüne Landschaft mit Reis, Mais, Bananen, Kokosnüssen, Longan, Papaya, Javaäpfeln, Jackfruit und Drachenfrüchten umgeben uns. Gelbe, rote und rosa Blüten hängen an den grünen Zweigen. Linettenscheiben liegen zum Trocknen am Straßenrand und verbreiten ihren wohligen Duft. Alles wird vor Ort an kleinen Ständen zum Kauf feil geboten - Obst wird zum festen Bestandteil all unserer Mahlzeiten.

janine

Je weiter wir uns Ho Chi Minh nähern, desto dichter und desto verrückter wird der Verkehr auf dem Highway 1. Manchmal glaube ich, der Führerschein (falls es hier so etwas gibt) wird grundsätzlich nur blinden Personen erteilt, anders ist das rücksichtslose Herausziehen aus Seitenstraßen und das plötzliche rechts Einscheren nach viel zu knappen Überholmanövern nicht zu erklären. Die Einfahrt in die Hauptstadt ist laut und dreckig, aber insgesamt weniger kräftezehrend als erwartet.

janine

Je weiter wir in den Süden des Landes gelangen, desto heißer wird es. Unsere Sonnencreme aus Thailand hilft nicht mehr, trotz der vielen Radelmonate in der Sonne verbrenne ich. Es hilft nur, es den Einheimischen gleich zu tun und so viel Haut wie möglich zu bedecken. Wiederholt bedeuten mir Damen, die mit ihrem Roller neben mir an der Ampel zum Stehen kommen: Mädel, du musst dir was anziehen.

janine

Als wir am Morgen aufstehen, stecken uns doch die Kilometer der letzten Tage noch in den Knochen. Wir zweifeln kurz daran, ob das Buchen eines Hotels am Vortag eine so gute Idee war; nun gibt es keine Möglichkeit früher abzubrechen. Doch trotz der müden Beine motivieren wir uns - liegt doch Hue als Ziel der Tagesetappe mit knapp 100 Kilometern zum Greifen nahe vor uns. Wir fahren ab vom Highway und folgen der Route durch die Reisfelder und kleinen Dörfer. Die Ruhe und Abwesenheit von Lärm von vorbeidonnernden LKWs als Gegenpol zu den letzten Tagen tut uns gut.

till

Wie war das nochmal? Die Oma hat uns gewarnt, der Opa hat uns gewarnt, die Mutti, der Vati… die ganze Staatssicherheit eben. Nein mal ehrlich, die erste Warnung vor Vietnam haben wir im Hostel in Istanbul von einem Taiwanesen bekommen, der sagte, Vietnamesen wären alle Betrüger. Mit zunehmender Nähe zum Land häuften sich die, sagen wir es diplomatisch, unvorteilhaften Äußerungen.